Afrika _ von Carlotta

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AFRIKA

In den Sommerferien bin ich nach Afrika geflogen. Es war interessant, aber mir ist etwas komisches passiert:

„Wach auf Carlotta,wir sind da!“, rief mir meine Mutter zu. „Jaja ich komm ja schon“, stöhnte ich. Vorsichtig kletterte ich aus dem Van. Puh, war es heiß hier. Ich schaute mich um. Vor mir breitete sich die Savanne aus. „Jetzt komm aber“, sagte meine Mutter genervt. Nach einem 10 minütigen Weg durch die Savanne erreichten wir endlich ein kleines Dorf. Dort empfingen uns ein paar Leute. Sie begrüßten uns freundlich. Danach führten sie uns zu einem kleinen Haus. Mir fiel auf, dass nur Männer unter den Leuten waren. Wo waren die Frauen? Unser Haus war schön, aber klein. Drinnen waren zwei Betten, ein Tisch mit Stühlen und eine kleine Küchenzeile. An der Wand hingen Bilder von Frauen, die geschlagen wurden oder schwere Lasten tragen mussten. Diese Bilder gaben mir ein befremdliches Gefühl. Nachdem wir alles ausgepackt hatten, legte ich mich auf meine Bett und skypte erstmal mit meiner besten Freundin Mandy. Sie erzählte mir, dass sie heute tauchen war (sie war zurzeit auf Malta). Als sie mich fragte, wie mein Urlaub war, stotterte ich nur: “Ähh…toll…“

Ich wusste noch nicht genau, was ich von meinem Urlaub halten sollte. Am nächsten Morgen erkundete ich das Dorf. Es war ein bisschen gruselig, denn ich sah nur Männer. Und wenn ich Frauen sah, waren sie verschleiert. Auf einem Stein vor dem Brunnen saß ein Mädchen. „Hallo“, sprach ich sie an. Sie antwortete nicht. „Hallo“, wiederholte ich. Jetzt antwortete sie: „Ha…Hallo“. Ich fragte freundlich: „Wie heißt du?“ „Jenny“, stotterte sie. „Oh, hallo Jenny. In welche Klasse gehst du?“, hackte ich weiter nach. „In keine“, antwortete Jenny schüchtern. „Was?!“, stieß ich hervor. „Ist ja voll cool. Ich muss in die Schule gehen und du nicht!“ „Nein, ist es nicht“, sagte Jenny traurig. „Du kannst schreiben, rechnen und lesen lernen, ich muss den Haushalt machen! Du hast Chancen auf einen tollen Beruf, während ich früh heiraten werden und dann Hausfrau bin!“ Darauf gab es nichts mehr zu sagen. Weinend lief Jenny davon.

Am nächsten Morgen sah ich sie wieder. Sie saß wieder auf dem Stein vor dem Brunnen. Ich hatte die ganze Nacht wach gelegen und darüber nachgedacht wie ich Jenny helfen könnte. „Ich habe ein Idee, wie ich dir helfen kann“, sprach ich Jenny an. „Hmmm… wie denn?“ „Ich werde dich unterrichten, wir können gleich anfangen.“ „Danke Carlotte, aber ich darf nicht unterrichtet werden“, sagte Jenny traurig. „Warum nicht?“, rief ich. „Mädchen dürfen bei uns nicht zur Schule gehen“, sagte sie. „Das geht doch nicht. Das ist ja total unfair“, stieß ich empört hervor. „Ich werde zu eurem Stammesoberhaupt gehen und ihm meine Meinung sagen.“ Stampfend ging ich zum Haus des Stammesoberhaupts. Ohne eine Begrüßung fing ich an zu schimpfen: „WARUM DÜRFEN MÄDCHEN HIER NICHT ZUR SCHULE GEHEN? DAS IST UNFAIR!“

„Mädchen, du verstehst das nicht“, versuchte er mich zu beruhigen. „Ich verstehe es sehr wohl“, schrie ich. „Warum haben Mädchen hier nicht die gleichen Rechte?“ „Ähm…“, das Stammesoberhaupt suchte nach Worten. „Sehen sie, es gibt keinen Grund“, sagte ich überlegen.

Ein paar Wochen später bekam ich eine Mail von Jenny. Sie schrieb mir, dass sie nun in die Schule gehen durfte und es so toll wäre. Lächelnd legte ich mich auf mein Bett und schrieb ihr zurück.

(Carlotte, 11 Jahre)

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